

Die letzten emersen Mutterpflanzen – ein Experiment
In diesem Blogbeitrag teile ich meine Erfahrungen mit den letzten verbliebenen emersen Bucephalandras aus meiner Sammlung. Aufgrund eines Standortwechsels und Platzmangels musste ich die Sammlung stark verkleinern. Der Umzug führte von einem warmen, lichtdurchfluteten Raum in einen
eher kühlen und dunklen Bereich und zwang mich, die Pflege und Haltung meiner Pflanzen komplett zu überdenken. Hier dreht sich alles um die verbliebenen Boxen, die daraus gewonnenen Erkenntnisse und die Vorbereitung auf mein nächstes Experiment: die Umstellung von submers auf emers.
Bucephalandras mögen es emers trocken
Die besten Erfahrungen über längere Zeit habe ich mit Boxen gemacht, in denen keine Staunässe entstehen kann. Zu Beginn reicht es völlig aus, die Pflanzen einmal täglich zu besprühen. Das darunterliegende Granulat sollte lediglich feucht sein, aber auf dem Boden der Box sollte sich kein Wasser ansammeln.
Besonders wichtig ist es, frische Triebe feucht zu halten. Sobald die Pflanzen größer und bewurzelt sind, kannst du die Wurzeln auch in Wasser stellen – selbst Sand oder Substrat stellen dann kein Problem mehr dar, da die Pflanze darin gut wurzelt.
Warum emers etablierte Bucephalandras so robust sind
Sobald Bucephalandras emers etabliert sind, zeigen sie eine erstaunliche Widerstandsfähigkeit. Sie tolerieren wechselnde Luftfeuchtigkeit und erholen sich schnell von Stresssituationen. Ein beeindruckendes Beispiel: Kleine, übersehene Kindel, die tagelang ohne Wasser in meinen Boxen lagen, haben problemlos überlebt. Heute gedeihen sie prächtig in meinen Aquarien.

Mini Ableger von kritischen Bucephalandras - emers!
Gefahr: Wenn die Pflanze zu feucht steht
Eine der größten Herausforderungen bei der emersen Haltung ist Staunässe. Wenn der Wasserstand in den Boxen steigt, können folgende Probleme auftreten:
- Abwurf von Rhizomen: Übermäßige Feuchtigkeit führt dazu, dass die Pflanze Rhizome abwirft, die zu schmelzen beginnen.zzzzzzz
- Verrottung: Besonders kleine Ableger oder Pflanzen mit minimalem Rhizom faulen schnell, wenn sie keinen Halt finden und im Wasser oder auf feuchtem Substrat liegen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Umsetzung in solchen Fällen scheitert, ist hoch.
- Erschlaffte Blätter: Dünnblättrige Bucephalandras reagieren sensibel auf zu viel Feuchtigkeit. Die Blätter wirken oft „erschöpft“ und liegen wie welke Gartenpflanzen am Boden. Doch dieser Prozess ist meist natürlich: Die feuchten Blätter schützen das Rhizom während der Umstellung. In dieser Phase bilden Bucephalandras häufig neue Ableger. Hier ist Geduld gefragt – beobachte die Pflanze und warte ab.
Farbe und Form der Blätter
Bucephalandras entwickeln ihre faszinierenden Farben sowohl emers als auch submers – warum sollten sie es auch nicht? Je nach Lichteinfall erscheinen die Blätter in Braun-, Rot- oder Blautönen, manchmal metallisch glänzend, manchmal matt.
Besonders dünnblättrige Sorten wie viele Vertreter der „Brownie“-Gruppe entwickeln emers oft bräunliche Farben. Auch ihre charakteristische Blattform bleibt erhalten: gewellt oder glatt, dick oder dünn, groß oder klein.

Metallisch-blau – emerse Bucephalandra unter Raumlicht

Die Herausforderung mit Clumps (Pflanzenbündeln)
Clumps sind submers eine hervorragende Wachstumsform, doch bei der emersen Umstellung stellen sie eine besondere Herausforderung dar: Die dichten Wurzeln speichern viel Wasser, wodurch die Drainage erschwert wird. Dies führt oft dazu, dass die bodennahen Wurzeln faulen. Gleichzeitig bilden sich viele kleine Ableger, die jedoch meist instabil sind.
- Tipp: Arbeite mit kleinen, bereits bewurzelten Trieben. Klebe sie auf einen Stein und setze diesen in deine Box. Kontrolliere regelmäßig den Wasserstand und achte darauf, dass das Substrat nicht zu feucht wird.